Mittwoch, 11. November 2015

Frisches Grün


Nein, der Garten ist nicht plötzlich ergrünt. Schön wärs!  Per Zufall traf ich in meinem Fotoarchiv auf Bilder aus diesem Frühsommer. 


Unglaublich, wie grün der Garten am Engerain sein kann. Das war wohl definitiv das letzte Mal im Juni der Fall, als es noch regnete. Seit einem halben Jahr gab es kaum mehr Regen, der Boden ist trocken, die Flüsse fast ausgetrocknet.


Grau ist der November derzeit ganz und gar nicht, die Tage sind sonnig und mild. Doch im Garten ist nun vieles braun, gelb oder orange - jedenfalls nicht so knackig grün, wie ich es eigentlich liebe...

Samstag, 7. November 2015

Sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen


Für November ist es ungewöhnlich warm. Im Norden Europas zieht das erste Sturmtief auf, doch am Engerain warten wir seit Monaten auf richtig viel Regen. Auch nächste Woche soll es warm und trocken bleiben. Da fragt man sich, ob man den Garten überhaupt winterfest machen soll... Und was diese ungewöhnliche Wärme zu bedeuten hat... 


Unserer Katze sind solche Gedanken fremd. Hauptsache, der Futternapf ist schön gefühlt. Und toll, wenn die Sonne noch wohlig auf den Balkon scheint...


"Wochenende?!? Mir doch egal, ich penne sowieso, wenn's mir passt...!" 

Montag, 2. November 2015

Herbstgold unter der Autobahn


Lichtet sich der Nebel, beginnt der Garten zu glühen.


Ob Ahorne oder Forsythien: Bäume und Büsche haben sich zum Saisonfinale in Schale geworfen und stehlen dem imposanten Autobahnviadukt in der Nachbarschaft die Schau.


So intensiv wie dieses Jahr war die Herbstfärbung schon lange nicht mehr. Es mag wohl am extrem trockenen Sommer und dem kühlen September und Oktober liegen.



Meist ist der Garten in Nebel gehüllt, doch kommt mal die Sonne hervor, wird es rasch warm und es lässt sich wunderbar an einem windgeschützten Plätzchen verweilen (wenn mann nicht gerade am Herumwerkeln ist).


Geblüht wird noch immer: Dahlien und Cosmeen blühen, als habe der Herbst noch nicht mal begonnen...

Samstag, 24. Oktober 2015

Edles Vergehen


Wenn sich der Garten gelb und rot verfärbt, fällt eine Staude besonders auf: die Hosta. Kaum eine verabschiedet sich mit so viel Würde von der Saison. 


Innert weniger Tage wechselt das saftige Grün der Hosts (oder Funkien) zu einem unvergleichlich schönem Gelb. Ich staune jedes Jahr, wie schnell das Verfärben der Blätter vor sich geht. Schon in ein paar Tagen werden die gelben Blätter brauner Matsch sein.  


Viele Stauden und Sträucher verfärben sich nur, wenn sie während der Saison genügend Sonne abbekommen. Bei den Hostas ist das zum Glück nicht der Fall. Auch wenn in meinem Garten während des Sommers kaum ein Lichtstrahl auf sie fällt, lässt die Herbstfärbung keine Wünsche offen.


Auch die Wiesenraute (Thalictrum) verwandelt sich in der kühlen Herbstluft wunderschön. Den feinen Blätter steht das Gelb ausserordentlich gut.


Nicht nur Bäume haben eine tolle Herbstfärbung, sondern auch die Stauden haben einiges zu bieten. Die Schmucklilien (Agapanthus) sehen jedenfalls beim Absterben der Blätter gar nicht mal so übel aus.

Sonntag, 11. Oktober 2015

Zurück aus dem Gartenparadies


Die letzten Tage verbrachten wir in Paris und der Normandie. Logisch stand auch der Besuch des einen oder anderen Gartens auf dem Programm. In der Normandie nächtigten wir im Schloss Miromesnil. Es war wie im Traum...


Das Schloss ist bekannt als Geburtsorts des französischen Autors Guy de Maupassant und für seinen Potager, ein fröhlicher Gemüse- und Blumengarten. 




Das Gemüse wächst in Reih und Glied. Die Strenge wird durch Stauden, Einjährigen, Dahlien und Rosen durchbrochen.


Begrenzt ist der Potager von Ziegelsteinmauern - wie in England (ach, ich möchte auch eine...). An den Mauern wachsen Blumen und Spalierobst.


Darüber wölb sich der schier unendlich scheinende normannische Himmel.


Ein paar Tage verbrachten wir im Schloss und hatten jeden Morgen einen wunderbaren Blick auf den Garten. Wie gesagt: ein Traum...



Soll mal einer behaupten, Dornröschen sei ein Märchen...


Das Schloss Miromesnil ist von einem wunderschönen Landschaftspark umgeben. Darin wachsen viele alte Bäume, unter anderem eine 250-jährige Libanonzeder. Einen Besuch des Schlosses kann ich wärmstens empfehlen! Hier gibt's mehr Infos.
Bei unserem Besuch im Norden Frankreichs stelle ich fest: Die Dichte an interessanten und sehenswerten Gärten in der Normandie ist enorm hoch. Die Gegend muss sich vor dem benachbarten England überhaupt nicht verstecken. Weitere Bilder folgen...

Montag, 21. September 2015

Frühsommer vs. Herbst


Im September treffen sich Frühsommer und Herbst in meinem Garten. Dank eines kräftigen Rückschnitts blühen die meisten Rittersporne nochmals, nun im Herbst zusammen mit den Dahlien.


Mir gefällt diese Kombination sehr. Rittersporne mag ich besonders - siehe auch hier. Doch nach dem Rückschnitt im Frühsommer hinterlassen sie eine unschöne Lücke im Beet. Dank der Dahlien, die im Sommer ordentlich wachsen, lassen sich die kahlen Stellen mit Rittersporn schön kaschieren.



Ich pflanze dabei jeweils die Rittersporne etwas hinten im Beet, weiter vorne die Dahlien. So gibt es kaum unansehnliche Löcher im Beet. In diesen Tagen blühen sie gemeinsam.


Auch eine interessante Kombination zweier Jahreszeiten sind Rittersporne und Astern. Rittersporn typisch Frühsommer, Astern typisch Herbst...


Doch der Sommer ist nur noch eine süsse Erinnerung. Die Rittersporne sind bald alle verblüht. Und die Dahlien müssen spätestens in einem Monat aus der Erde...


Nun gilt es, die letzten schönen und warmen Tage zu geniessen!




Donnerstag, 17. September 2015

Hier kommt die Zukunft


Gärtner sind eigenartige Wesen. Sie leben in zwei Zeiten. In der Gegenwart und in der Zukunft. Der beginnende Herbst mit finaler Blütenpracht will genossen werden, doch die Gedanken sind schon längst im kommenden Frühling. Auch ich habe da so meine Pläne. Vor ein paar Tagen habe ich ein grosses Paket erhalten voller Blumenzwiebeln und Pflanzenknollen. Da wartet viel Arbeit und noch viel mehr Vorfreude auf die nächste Saison.


Ganz oben auf der Bestellliste stand die weiss-rosa blühende Riesensteppenkerze (Eremurus robustus). Mit einer Krake im Paket aus den Niederlanden hätte ich nicht gerechnet...


Die nächsten Woche werde ich in meinem Garten die Zukunft pflanzen. Und das in Zeiten, wo erdrückende Schlagzeilen dominieren. Ein bisschen Hoffnung wird tief im Boden den Winter überdauern... 




Sonntag, 13. September 2015

Eine Gartenoase


Gärtnerisch ist die Schweiz leider nicht gerade ein sehr ergiebiges Flecken Erde. Eine Oase in der Wüste ist das Château de Vullierens in der Westschweiz, etwa zwei Zugstunden vom Garten am Engerain entfernt. Die Gärten um das Schloss sind eine Wucht.


Was vielen Schweizer Gärten fehlt, gibt es hier zu Genüge: Schöne Pflanzen, romantisch arrangiert...


Die Gärten von Vullierens sind vor allem auch für ihre Schwertlilien bekannt. Seit den 50er-Jahren werden sie hier gezüchtet - und können es durchaus mit der Zeppelin-Zucht in Süddeutschland aufnehmen. Bei unserm Besuch am Wochenende blühten sogar noch einige Iris. Einzelne Sorten blühen ja zweimal im Jahr, im Sommer und im Herbst. Meine wiederblühenden Sorten haben das aber leider noch nie geschafft...


Rund um das Schloss sind auch Kunstwerke zu bestaunen. Auch die Aussicht auf die Alpen, inklusive Rochers de Naye und Mont Blanc, ist eindrücklich. Und an der Schlossumgebung kann man sich kaum satt sehen...




"Les Jardins du Château de Vullierens" - die Gärten von Vullierens sind immer im Frühsommer für ein paar Wochen geöffnet. Manchmal auch im Hochsommer und im Herbst für ein paar Tage. Ein Besuch ist sehr zu empfehlen, auch wenn die Rückkehr in den eigenen Garten meist sehr ernüchternd ist... *grins*


Sonntag, 6. September 2015

Dich will ich nicht sehen!


Ich freue mich über jede Blüte im Garten. Bei vielen, den Rosen, Krokussen oder Rittersporne, kann ich es jeweils kaum erwarten, bis sie zu blühen beginnen. Doch wenn eine bestimmte Pflanze ihre Knospen öffnet, ignoriere ich sie!


Nicht dass die Blüten der Herbstanemonen nicht schön wären. Aber: Sie künden den nahenden Herbst an. Deshalb versuche ich, die Anemonenblüte so lange wie möglich meinem Blickfeld fernzuhalten und übe mich im Selbstbetrug. Doch länger kann ich es nicht ignorieren. In diesen Tagen blühen die Anemonen voll auf. Der Sommer ist vorbei. Das Licht wird goldiger, die Schatten länger.


Nebst der Japonica-Hybride 'Honorine Jobert' wächst in meinem Garten 'Wirbelwind' und die schöne Anemone hupehensis 'Praecox'. Herbstanemonen sind äusserst unkompliziert und wachsen auch an schattigen Plätzen. 


Im Spätherbst verwandeln sich die Blüten in dekorative Samenstände. Hübsch!